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„Der entscheidende Augenblick (der Therapie) ist der, in dem das Kind in Verwunderung gerät. Nicht der Augenblick, in dem ich eine kluge Deutung gebe.“ D. Winnicott

Das Spiel als eine menschliche Tätigkeit wurde von Freud und seinen Nachfolgern in dieselbe Kategorie psychischer Phänomene wie Träume, Tagträume und Phantasieren eingeordnet. Der Mensch träumt nicht zufällig und ohne jeglichen Grund sondern immer im Zusammenhang mit seiner jeweiligen aktuellen Labenssituation bzw. in Beziehung mit Spannungen oder Konflikten, die in den Träumen sich wiederholen, verändern und verarbeitet werden.

In der theoretischen Entwicklung des Spieltherapiekonzepts gibt es nun kleine Unterschiede zwischen den verschiedenen Schulen und Methoden der Psychotherapie.
Dies liegt möglicherweise daran, dass das Spiel an sich ein Phänomen ist, das sich gewisser Weise jedem Analyseversuch entzieht und als solches so stark, autonom und ursprünglich ist, dass die Theorien und Therapien gezwungen sind, sich ihm anzupassen und seine Bedingungen zu akzeptieren. Auf der anderen Seite ist das Kind mit Sicherheit ein „schwieriger Klient“ selbst für einen Psychotherapeuten.

So werden allmählich die Grundsteine einer Therapie gelegt, die von der nicht- direktiven, personenzentrierten Spieltherapie Virginia Axlines, auf die wir weiter unten ausführlicher eingehen werden, nicht sehr weit entfernt ist.

Die wichtigsten Umwandlungen sind:
Der zentrale Punkt der Therapie ist nicht die Verarbeitung einer Ananmnese
d. h. der Erlebnisse oder Traumata aus der Vergangenheit sondern die Gefühle, die im Hier und Jetzt zwischen dem Kind und dem Therapeuten kommuniziert werden.
Die Beziehung, die sich zwischen den beiden bildet, hat für sich schon therapeutischen Effekt.

Noch ein bedeutender Kinderpsychiater und Psychanalytiker, D. Winnicott, nimmt einen besonderen Platz ein zwischen denen, die sich mit dem Kinderspiel und der Kindertherapie beschäftigt haben.

Winnicott war der, der die Idee des Übergangs- und Objektphänomens gefasst hat. Damit ist der erste Gegenstand gemeint, der „ausserhalb“ des Kindes aber sehr nahe an sein inneres Erleben ist und mit dem das Kind eine enge emotionale Beziehung herstellt (z. B. der Zipfel seiner Decke, den das Kind festhält während es am Daumen lutscht, der Schnuller, ein Kuscheltier, mit dem es beim Einschlafen schmust usw.) Als das Kind älter wird, stellt das Spiel die Weiterentwicklung des Übergangsphänomens dar. Das Spiel befindet sich genau an diesem Übergangsbereich zwischen der inneren und der äußeren Welt des Kindes. Es ist gleichzeitig innen und außen, ein phantastisches Phänomen!

Virginia Axline ist die wichtigste Vertreterin der nicht-direktiven Kinderspieltherapie. Ihre Theorie basiert auf C. Rogers Persönlichkeitstheorie der personenzentrierten Therapie und Beratung.

Wer mit Kindern lebt oder arbeitet, merkt, dass sie die Fähigkeit haben, zu verzeihen und über negative Erfahrungen hinwegzukommen. Wenn ihre Lebensbedingungen nicht sehr schlecht sind, sind sie in der Lage, das Leben, und die Menschen, die sie lieben, so hinzunehmen wie sie sind. Das liegt an ihrem charakteristischen naturgegebenen Antrieb und ihrer Liebe zum Leben.

Ebenso ist es charakteristisch für Kinder, und für den Therapeuten eine wirkliche Freude mit anzusehen, dass alle Seiten ihrer Persönlichkeit, die bei Erwachsenen meistens unter Schichten von Verzerrung, Ablehnung, Verschiebung vergraben sind, bei ihnen sehr gut sichtbar sind (natürlich um so mehr je gesünder die Persönlichkeit des Kindes.)

Die Kinderspieltherapie geht davon aus, dass das Spiel das natürlichste Ausdrucksmittel des Kindes ist.
In dem geschützten therapeutischen Rahmen, ist das Kind die Hauptperson, hat selbst die Übersicht über die Situation, ohne dass jemand es kritisiert oder ihm vorgibt was es sagen oder tun soll.
Es gibt jemanden, der es versteht, akzeptiert und ehrlich und freundlich zu ihm ist.
Die Grenzen, die in der Therapie gelten, geben das Gefühl der Sicherheit und auch der Wirklichkeit.
All das stellt für das Kind eine Herausforderung dar, zu wachsen, konstruktiver zu werden, zu lernen, sich selbst zu akzeptieren und für sich und andere zu sorgen.

Bedeutende Rolle spielt natürlich im Therapieprozess des Kindes auch die parallele Elternberatung, sowohl bezüglich Themen, die unmittelbar das Kind selbst betreffen als auch solche, die mit den Problemen und Schwierigkeiten, die die Beziehung der Eltern oder jeden von ihnen persönlich betreffen und auf die Gefühle und das Verhalten des Kindes Einfluss haben.