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„Die Erfahrung in der Gruppe ist eine Mikrografie der Erfahrung jedes einzelnen im wirklichen Leben…“ I. Yalom

Die Einzelberatung und Therapie ist nicht der einzige Weg, um psychologische Hilfe zu bekommen. In manchen Fällen kann die Teilnahme an einer Therapiegruppe angezeigt sein. Seit Jahrzehnten finden mit großem Erfolg auf der ganzen Welt –hierzulande erst seit einigen Jahren- Selbsthilfegruppen statt.
Dort nehmen Menschen teil, die das gleiche Problem beschäftigt (z. B. Alkohol- oder Drogensucht, Essprobleme, chronische Krankheiten, Behinderungen, Trennung, Alleinerziehende u. ä.) und die mit der Unterstützung eines oder mehrerer Gruppenleiter dieses Problem in der Gruppe verarbeiten .
Die Gruppentherapie kann außerdem die ideale Fortsetzung einer Einzeltherapie oder Beratung sein, wenn man das Gefühl hat, mit sich selbst schon weitergekommen zu sein und seine Persönlichkeitsentwicklung in einer Gruppe fortsetzen möchte.

In einer personenzentrierten Gruppentherapie, die Teilnehmer werden ermutigt, ihre Anliegen offen und ehrlich in der Gruppe zu besprechen. Gleichzeitig sorgt der Gruppentherapeut für die Entstehung eines vertrauensvollen und akzeptierenden Klimas, das die unterstützende Beziehung zwischen den Mitgliedern fördert.
Eine Gruppentherapie bietet an:

-Das Gefühl, nicht allein zu sein mit seinen Problemen
-Hoffnung, wenn jemand erlebt, dass ein Problem lösbar ist und andere Menschen schon dabei sind
-Wertvolle Informationen über Themen, die in der Gruppe besprochen werden
-Solidaritätsgefühl, weil man in der Gruppe Hilfe bekommt und auch gibt
-Die Möglichkeit, zu erfahren, wie das eigene Verhalten auf die anderen wirkt und deren Gefühle und Meinung beeinflusst
-Die Möglichkeit, die eigenen sozialen Fertigkeiten auszuprobieren, in einer Gruppe die sich um Verständnis, Ehrlichkeit und Authentizität bemüht
-Die Möglichkeit, neue soziale Verhaltensweisen durch Nachahmung und Einübung zu erlernen (z. B. empathisches Zuhören, tolerierende und respektierende Haltung anderen gegenüber)
-Das Gefühl, sich in einer Gruppe als voll angenommenes und gleichwertiges Mitglied zu erleben


Wofür und für wen?

Ob und in welchem Fall eine Gruppentherapie angezeigt ist, ergibt sich jeweils aus dem Gespräch mit dem Berater/Therapeuten. Voraussetzung für die Teilnahme an einer Gruppe ist die Abwesenheit psychopathologischer Störungen, die eine psychotherapeutische oder psychiatrische Einzelbehandlung erfordern. Notwendig ist auch, dass sich der Klient fähig und bereit fühlt, sich in einem gruppentherapeutischen Prozess einzugliedern.