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„Der Mensch spielt nur dort, wo er Mensch im wahrsten Sinne des Wortes ist und nur dort, wo er spielt (spielen kann) ist er wirklich Mensch.“ Schiller

Die personenzentrierte Kinderspieltherapie ist eine beeindruckende und sehr effektive psychotherapeutische Methode für Kinder und jüngere Pubertierende, die psychosoziale Schwierigkeiten haben oder psychische Störungen aufweisen.
Sie kann als eine Gelegenheit für das Kind angesehen werden, unter günstigen Bedingungen eine Wachstums- und Reifungshilfe zu erfahren. Da das Spiel das spontanste und natürlichste Mittel zu seiner Selbstdarstellung ist, wird dem Kind die Möglichkeit gegeben, Gefühle „auszuspielen“, die sich von Spannungen, Frustrationen, Unsicherheit, Angst, Aggression und Verwirrung angestaut haben.

Was hat therapeutische Wirkung in der Spieltherapie?

Ein Rahmen, in dem das Kind es selbst sein kann (Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen werden nicht verboten, kritisiert, kontrolliert, bevormundet).

Ein Erwachsener, der es akzeptiert, respektiert, freundlich ist zu dem Kind und ausschließlich zu seiner Verfügung für die im voraus bestimmte Therapiezeit ( was nicht irrelevant ist, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit Eltern für ihre Kinder haben und sogar auch wie wenig Zeit oft Kinder mit Gleichaltrigen gemeinsam verbringen.)

Jemand, der in „seine Schuhe schlüpft“ und das zu verstehen versucht, was das Kind ausdrücken möchte. Die Beziehung und der Kontakt basiert auf diesem Verständnis.

Jemand, der der Fähigkeit des Kindes vertraut, auf eigenen Füssen zu stehen und mit seinen Schwierigkeit fertig zu werden , gleichzeitig jedoch seine Ängste, Unsicherheiten, Hemmungen einsieht und akzeptiert.

Die wohltuenden Eigenschaften des Spiels

-Angenehm
-Vollständig und selbständig, unabhängig von der Bestätigung von außen
-Zielt nicht auf ein Ergebnis, Erfolg oder Gewinn ab
-Wirkt wie ein „Ventil“ zum abreagieren unangenehmer Gefühle und Erlebnisse (Freud)
-Findet nur statt in Situationen, die nicht fremd oder bedrohlich sind (Schaeffer)
-Trägt zur Entwicklung von Problemlösungsfähigkeiten und emotional-kognitiven Kompetenzen bei (White)
-Ein Prozess, der Kindern erlaubt, Erfahrungen und Erlebnisse kognitiv zu „verdauen“ ( Piaget)
-Ein emotionaler „Versuchsraum“ in dem das Kind lernt, mit seiner Umwelt zurechtzukommen (Eriksson)

Wofür und für wen?

Die personenzentrierte Kinderspieltherapie kann Kindern zwischen ca. 4-12/13 Jahren helfen, die Schwierigkeiten und Störungen im emotionalen, sozialen, kognitiven und Lernbereich haben und Symptome aufweisen wie:

- Stress, Gereiztheit, Übersensibilität, Ängste, Phobien
- gedrückte Stimmung, Mutlosigkeit, Depression
- Schlafstörungen, Alpträume, Bettnässen
- Konzentrationsstörungen
- Überaktivität
- Schulschwierigkeiten, Lernstörungen
- nicht organisch bedingte somatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen
- aggressives und antisoziales Verhalten wie Schlagen, extremer Disziplinmangel, Lügen, Stehlen
- Schüchternheit, Zurückgezogenheit, Isolation
- Übergewicht, Untergewicht

Die Spieltherapie kann außerdem, Kindern die sich in akuten Krisensituationen mit sich selbst oder ihrer Umwelt befinden, unmittelbare Entlastung, Unterstützung und Hilfe bieten, wie z. B. bei:

- Trennung der Eltern
- Verlust einer geliebten Person
- schwere bzw. chronische Erkrankung des Kindes selbst oder einer geliebten Person
- psychische Krankheit im unmittelbaren Familienkreis
- Behinderung, Mobilitätsprobleme
- traumatische Erlebnisse wie schwere Unfälle, Missbrauch

Die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes, die ca. bis zum zwanzigsten Lebensjahr dauert, vollzieht sich in aufeinander folgenden Phasen, von denen manche schwieriger sind als andere. Folglich treten zeitweilig bei vielen Kindern und Jugendlichen manche von den oben genannten Symptomen, ohne dass dies ein wirklich ernstes Problem darstellt. In diesen Fällen verschwindet auch tatsächlich das Symptom nach einigen Wochen oder Monaten.

In dem Fall aber, dass eine problematische emotionale Situation, ein Symptom, nach dem Verlauf von 6-9 Monaten weiter besteht oder immer wiederkehrt oder wenn mehrere von den o. g. Symptomen gleichzeitig auftreten oder auch wenn mehrere Personen (Eltern, Verwandte, Lehrer) den gleichen Eindruck über die Situation des Kindes haben, dann ist es angebracht, sich an jemanden zu wenden, der professionelle psychologische Hilfe bieten kann, damit das Kind -und auch die Familie- entlastet, in der Schule und zwischen den Gleichaltrigen nicht stigmatisiert wird und damit der Verschlimmerung oder gar Festsetzung des Problems entgegengewirkt werden kann.

Die geeignete psychologische Hilfe für das Kind sowie die gleichzeitige Elternberatung können die Situation des Kindes selbst als auch die seiner Familie in erheblichem Maße entspannen.